Die Evangelisch Lutherische Kirche und das Glücksspiel

Beim Thema Glücksspiel kommt in vielen Zusammenhängen immer wieder die kirchliche Sicht der Dinge ins Spiel. Die Evangelisch Lutherische Kirche vertritt hier keinen besonders extremen Standpunkt, mahnt jedoch zur Mäßigung und bietet, wenn nötig, Beratungs- und Hilfsangebote für Menschen in Not, auch wenn diese Not mit dem Glücksspiel zusammenhängt.

Der christliche Glaube und das Glücksspiel

Anders als in manchen anderen Religionen ist das Glücksspiel im christlichen Glauben nicht verboten oder reglementiert. Selbst der Heilige Stuhl in Rom veranstaltet zu Weihnachten eine eigene Lotterie, bei der Gläubige Sachpreise gewinnen können, die zumeist aus Spenden und Geschenken an den Papst stammen. Es gibt jedoch auch im christlichen Glauben Glaubensgemeinschaften, die das Glücksspiel generell ablehnen. Die Evangelisch Lutherische Kirche gehört nicht dazu. Im Rahmen von Gemeindeveranstaltungen veranstaltet sie im Rahmen von Tombolas zum Beispiel selber eine Form des Glücksspiels, mit dessen Erlös dann die Kirchenarbeit unterstützt wird.

Die Definition von Glücksspiel

Wie bereits erwähnt, mahnt die Evangelisch Lutherische Kirche auch beim Glücksspiel Mäßigung an. Niemand soll Haus und Hof verspielen und sich und seine Familie ins Unglück stürzen. Dass sollte allerdings ohnehin selbstverständlich sein. Besonders das Internet hat allerdings Möglichkeiten geschaffen, die das Spiel um Geld jederzeit verfügbar machen. Zum Einstieg kann man zum Beispiel spielautomaten kostenlos spielen, oder kleine Casinospiele in den Sozialen Medien nutzen. Wo die Grenze zum übertriebenen Glücksspiel ist, lässt sich nur sehr schwer sagen, und ist neben psychologischen Faktoren auch vom Geldbeutel des Spielers abhängig. Ein Gemeindemitglied kann zum Beispiel ohne Probleme 400 Euro beim Glücksspiel einsetzen und verlieren, für jemand anderen ist derselbe Betrag bereits ein großes Problem. Gespräche mit Geistlichen und anderen Gemeindemitgliedern können ein erstes Hilfsangebot sein, die Evangelisch Lutherische Kirche verfügt aber auch über professionelle Hilfsangebote, die Betroffenen einen Weg aus solchen Problemen aufzeigen können. So kann zum Beispiel bei sehr ernsthaften Problemen, nach Rücksprache mit der Krankenkasse ein Therapieangebot vermittelt werden.